Der Ort Unternesselbach

Der Ort Unternesselbach

Unternesselbach ist ein kleines, beschauliches Dorf am Rande des Steigerwaldes. Im Jahre 881 wurde es zum ersten mal urkundlich erwähnt und ist somit eine der ältesten Siedlungen des Aischgrundes. Es gab verschiedene Schreibweisen wie „Nezzilbach“, „Nezzilinespach“, „Nesselbach“ und „Nestelbach“.

Münzen mit der Jahreszahl 1051 wurden bei einer Renovierung der Kirche gefunden. Sie lassen vermuten, dass unser Gotteshaus schon sehr alt ist. Wahrscheinlich war es früher eine Kapelle, die erst später zur Kirche ausgebaut wurde. Aus der Zeit der Gotik stammen jedenfalls das Eingangsportal, das Nordfenster im innern des Kirchenschiffes und die Türe zur Sakristei. Die jüngste unserer 3 Glocken der Kirche stammt aus dem Jahre 1402. Alle Kriege haben diese Kirchenglocken unversehrt überstanden.

Durch eine Urkunde aus dem Jahre 1238 erfahren wir, dass Nesselbach mit einigen anderen Orten den Hohenlohen übergeben wurde. Zuvor gehörte es zu den Besitzungen eines Albert von Thyfen.

1347 findet sich erstmals in einer Urkunde eine Trennung der Orte in Obern- und Niedern-Nezzelbach. Kaiser IV. bestätigt dem Edlen Ludwig von Hohenlohe die ihm verliehenen Burglehen in Obern- und Niedern-Nezzelbach.

Am Sonnabend den 17.04.1518 soll Dr. Martin Luther auf einer Fußwanderung, die ihn von Wittenberg nach Heidelberg führte, in Unternesselbach eingetroffen sein. Unter der Linde vor unserer Kirche soll er gepredigt haben, weil ihm der hiesige katholische Pfarrer Weih den Zutritt zur Kirche untersagte. Von dieser Begebenheit stammt der Name „Lutherlinde“.

Unternesselbach ging im Laufe der Geschichte öfters an verschiedene Herren über. So zum Beispiel an die Hohenlohen, die Stadt Rothenburg, den Herren von Rindsmaul und die Herren von Seckendorf. 1791 bis 1807 waren die Einwohner von Nesselbach preußische Untertanen, nachdem der Markgraf Casimir von Bayreuth die Herrschaft auf den Markgrafen Alexander übergeben hatte und dieser bei der Niederlegung der Regierung (1791) dem König von Preußen als seinen Erben und Nachfolger bestimmte. 1810 kam Unternesselbach an das Königreich Bayern.

Nach dem 30jährigen Krieg kamen 58 Emigranten aus Österreich nach Unternesselbach, da durch den Krieg und die Pest viele Einwohner verstorben waren.

Im Jahr 1888 wurde in Unternesselbach eine Schule errichtet, welche erst 1969 aufgelöst wurde.

Am 01.01.1980 wurde Unternesselbach nach Neustadt/Aisch eingemeindet und ist seitdem ein Ortsteil von diesem.

In den 1980er/90er Jahren fand eine Dorferneuerung statt. Infolge der Dorferneuerung wurde das Dorf Landessieger (Gold) beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" (1993) und gewann auf Bundesebene die Bronzemedaille (1993).

Im Mai 2008 gab der langjährige Ortssprecher Michael Wolf sein Amt an Gero Gembruch ab.

2012 beschloss der Unternesselbacher "Wirt", die Kirchweih (Kerwa) nicht mehr auszurichten. Seitdem wird die Kerwa durch die Dorfgemeinschaft mit vielen ehrenamtlichen Helfern als Zeltkerwa betrieben. Die Kerwa geht von Donnerstag abend (Bieranstich) bis Montag Nacht um 24 Uhr - dann wird diese "verbrannt". Traditionell gestalten die Ortsburschen die Kerwapredigt und den Kerwaumzug am Sonntag.

2017/2018 wurde eine alte Halle im Ortskern zu einem mordernen Stützpunkt der Feuerwehr umgebaut. Dies geschah mit vielen freiwilligen Helferstunden. Das Feuerwehrhaus liegt nun zentral neben dem Gemeindehaus. In diesem Zuge wurde auch der Dorfplatz, welcher zwischen den beiden Gebäuden liegt, umgestaltet.

2018 schließt leider das letzte Nesselbacher Wirtshaus "Kitzmann" seine Türen.

2018/2019 - mit viel Fleiß wird das ehemalige Feuerwehrhaus ("Alte Schafscheune") von der Dorfjugend und weiteren ehrenamtlichen Helfern in Zusammenarbeit mit der Stadt Neustadt zum einem Jugendraum umgebaut. Es wurde durch die Jugend ein Verein "Förderung Nesselbacher Jugend" gegründet.

Heute ist Unternesselbach ein Ortsteil von Neustadt/Aisch mit ca. 480 Einwohnern.
In den Jahren seit ca. 1870 wurden auch einige Vereine gegründet. So hat Unternesselbach heute einen Schützenverein, einen Gesangsverein, einen Gartenbauverein, einen 1. FC Nürnberg-Fanclub, einen Posaunenchor, eine Mutter-Kind-Gruppe, Teenegruppe, Jungschar und einige mehr.